Ein kleiner Regenwurm, der kroch vor einem Turm.
Es wurmte ihn so sehr: ´ne Würmin musste her.
Zwar war er noch recht klein, doch so allein wollt´ er nicht sein.
An einem Nachmittag kam er in eine Stadt.
Dort – beim „Tierschutzverein“ – wollt´ er ins Clubhaus rein.
Das war geschlossen noch, das Würmchen kroch
durch´s Schlüsselloch … durch´s Schlüsselloch.
Und drinnen angelangt, er bald ein Plätzchen fand:
Er macht es sich bequem auf einer Rückenlehn´.
Hofft, dass der Präsident vielleicht ´ne Würmin für ihn kennt.
Der Abend brach heran, herein kam Mann für Mann.
Viel Menschen nun im Raum, das Würmchen sah man kaum.
Drum dacht es nun für sich: am besten Du gehst
auf ´nen Tisch … auf einen Tisch.
Und unser Würmchen kroch an einem Tischbein hoch.
Erreicht nach kurzer Hatz des Präsidenten Platz.
Wollt melden sich sofort, betreffs der Würmin, nun zu Wort.
Er wälzte sich voll Stolz auf ein langes rundes Holz.
Er hat auf diesem Stück einen bess´ren Überblick
Und denkt: Hier bleibst Du steh´n, hier wird der Präsident
dich seh´n … er wird dich seh´n.
Das Würmchen übersah, dass dies der Holzhammer war,
Der bei diesem Verein jede Sitzung leitet ein.
Langsam hob er in die Luft. Der Regenwurm nach Hilfe ruft.
Vergeblich war sein Schrei´n, als das hölzern´ Hämmerlein
Mit polternder Gewalt, auf des Tisches Platte knallt.
Der Regenwurm war platt – und hatte noch
kein Wort gesagt … kein Wort gesagt.
Umsonst war sein Bemüh´n, sein Leben war dahin.
Den kleinen nassen Fleck wischte man ganz einfach weg.
Und die Moral von der Geschicht:
Ein Regenwurm verliebt sich nicht !